Beobachtungen beim Zeitfahren Teil 1: Die Position und Verschiebungen im Sattel

Hallo, ich bin Saita von LEOMO.

Ende Juni werden überall in der Welt die nationalen Meisterschaften abgehalten und neue Champions gekürt. In einer Reihe von Blogbeiträgen werde ich über meine Vorbereitungen auf die japanischen Straßen – und Zeitfahrmeisterschaften berichten.

Ich denke, dass Athleten, die es gewohnt sind, ausschließlich auf dem Straßenrad zu fahren, Schwierigkeiten mit der Sitzposition bekommen, wenn sie auf ein Zeitfahrrad wechseln. Die tiefe, nachvorne gelehnte Position, welche typisch ist für ein Zeitfahren, die Natur eines Wettkampfes, welche unterschiedliche Intensitäten fordert, die Geometrie des Rades – dies alles ist sehr unterschiedlich zum Straßenrad.

Als eine Methode meine Position auf dem TT Bike zu bewerten, werde ich mir anschauen, wie oft ich meine Position im Sattel verändere, indem ich den Pelvic Angle MPI betrachte. Wenn man das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt oder man sich mit der Position nicht wohlfühlt, steigt die Häufigkeit der Verschiebungen im Sattel typischerweise.

Time Trial Observation 1 (Graph)

Abbildung 1: Pelvic Angle während des Zeitfahrtrainings auf einer flachen, graden Straße

Seht euch Abbildung 1 an. Die Punkte, wo der Graph nach unten geht, wie eine Nadel, zeigt die Verschiebungen im Sattel. Ich habe mit dem Type R Daten von 4 15 – 20 min Intervallen gesammelt, wo ich meine Position auf dem Rad bzw. meine Haltung zwischen jedem Lauf angepasst habe. Alle Läufe (außer TT-1) wurden auf einer flachen, graden Straße absolviert. Die Ergebnisse, welche in Abbildung 2 zu sehen sind, zeigen die durchschnittliche Anzahl an Sekunden zwischen den Verschiebungen auf dem Sattel.

 Time Trial Observation 1 (Graph 2)

Abbildung 2: Durchschnittliche Zeit zwischen den Verschiebungen im Sattel

 

Die Änderungen der Position auf dem Rad und die gefühlte Änderung der Körperhaltung während der einzelnen Läufe war wie folgt.

TT-1: I startete mit einer auf dem Indoor Trainer vorgegebenen Position für diesen Lauf. Ich konzentrierte mich auf die Aero Haltung und versuchte meinen Kopf so weit wie möglich zu senken, um den Luftwiderstand zu verringern. Verglichen mit dem Straßenrad fand ich es schwierig in dieser Position meine Leistung aufrecht zu erhalten und ermüdete in meinen Oberschenkeln.

TT-2: I habe die Einstellungen am Rad gegenüber TT-1 nicht verändert, stattdessen ließ ich meinen Oberkörper etwas aufrechter, anstatt mich darauf zu versteifen aerodynamisch zu bleiben. In dieser Position fühlte es sich leichter an die Leistung zu erbringen. Wie auch immer, mir war bewusst, dass ich so eine Menge Lustwiderstand erzeuge und die Position insgesamt langsamer war.

TT-3: Da ich das Gefühl hatte mein Gesäß und die anliegenden Muskeln nicht richtig einsetzen zu können, verschob ich meinen Sattel 2mm nach hinten und 2mm nach unten gegenüber der TT-2 Position. Ich nahm erneut die Aerohaltung ein und es war nicht so anstrengend wie TT-1 aber immer noch schwierig die Leistung aufrecht zu erhalten, im Vergleich zum Straßenrad.

TT-4: I stellte den Sattel weitere 2mm nach unten im Vergleich zur TT-3 Position. Mit dieser Anpassung hatte ich das Gefühl meine Gesäßmuskulatur besser einsetzen zu können.

Rennen: Ich brachte die Extensions 10mm dichter zusammen im Vergleich zu TT-4. Außerdem konzentrierte ich mich auf meine Rumpfstabilität, um meinen Körper zu kräftigen und zu stabilisieren. Da es ein Rennen war, versuchte ich bewusst auf meine Aeroposition zu achten. Ich gab mein Bestes, um unten zu bleiben und weniger zu ziehen. Das Rennen fühlte sich von allen Läufen am stärksten und druckvollsten an.

Verglichen mit TT-1, TT-2, TT-3 und TT-4, als ich in Aeroposition fuhr, nahm die Anzahl der Verschiebungen im Sattel ab. Und wie man bei TT-2 sieht, sogar mit dem gleichen Setup, wie in TT-1. Durch eine komfortablere Haltung nimmt die Anzahl der Verschiebungen im Sattel ab und wir können anhand der Renndaten sehen (auch wenn die Einstellungen rund um den Lenker verändert wurden), dass sich bei unterschiedlichem Bewusstsein für die Körperhaltung das Verschieben im Sattel verbessert.

Man kann sagen, dass es wichtig ist eine Position auf dem Rad zu finden, mit der man aerodynamisch unterwegs ist und trotzdem eine entspannte Haltung einnimmt. Warum sollte man also die Anzahl der Verschiebungen nicht als Hilfsmitteln nehmen, um deine Position auf dem TT Bike zu finden?


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