Beobachtungen beim Zeitfahren Teil 3: Unterschiede im Luftwiderstand mit derselben Position auf dem Rad

Hallo, ich bin Saita von LEOMO.

 

Das ist der 3. Teil unserer Blog Serie meiner Vorbereitung für das Zeitfahren. Den 2. Teil findest du hier! In diesem Beitrag geht es um die Verbesserung meiner Zeit, indem ich bewusst darauf achte eine aerodynamischere Haltung beizubehalten, ohne das Setup am Rad zu verändern.

Beim Zeitfahren geht es im Wesentlichen darum den Luftwiderstand zu überwinden, daher ist es besonders wichtig eine aerodynamische Haltung beibehalten zu können. Neben einem Setup, welches dich bereits in eine stromlinienförmige Position bringt, kann es sehr hilfreich sein sich aktiv kleiner zu machen, um den Luftwiderstand noch weiter zu verringern.

 Time Trial observation 3 pic 1

Bild 1: Aero Haltung (links) vs. Entspannt (rechts)

 Time Trial observation 3 pic 2

 

Bild 2: Aero Haltung (links) vs. Entspannt (rechts)

 Time Trial observation part 3 graph 1

Abbildung 1: MPI und ANT+ Daten in entspannter – und in Aerohaltung

 

Werfen wir einen Blick auf die Daten „Bewusst in der Aerohaltung“ vs. „Entspannt“ (Abbildung 1). Um die Auswirkungen der Ermüdung zu reduzieren, habe ich zwischen den beiden Läufen eine 30-minütige Erholungsphase eingebaut.

Beide Läufe, den in der Aerohaltung und den in entspannter Haltung, habe ich auf demselben Kurs absolviert (13.6km), mit derselben Trittfrequenz und mit nahezu gleicher Leistung im Bereich meiner FTP.

Wenn ich den Torso Angle zwischen den beiden Läufen vergleiche, habe ich 11,8 Grad bei entspannter Haltung und 8,9 Grad, wenn ich die Spannung im Körper halte, um meine aerodynamische Haltung einzunehmen (Ich versuche meinen Kopf zu verstecken und meinen Oberkörper zu senken). Die beinahe 3 Grad Unterschied im Torso Angle sind ein Indikator dafür, wieviel mehr mein Oberkörper dem Wind ausgesetzt ist, wenn ich in der entspannten Haltung fahre.

Im Vergleich beider Läufe, habe ich im Schnitt 335 Watt mit der entspannten Position getreten und 327 Watt mit der aerodynamischen Position.  In der Aeroposition habe ich 8 Watt weniger Leistung generiert, bin aber 7 Sekunden schneller gefahren. Ich konnte also Energie sparen und trotzdem schneller fahren.

Schauen wir uns nun den Pelvic  Angle an. In der entspannten Position betrug dieser 47.8 Grad und sank auf 47.0 Grad mit der Aerohaltung. Anhand des Pelvic Angle kann man erkennen, dass ich wirklich versucht habe mich klein zu machen und in der aerodynamischen Position zu bleiben. Wie auch immer, diese „versteckte“ Haltung schränkte meine volle Beweglichkeit in den Oberschenkeln beim Treten ein, was im Umkehrschluss bedeutete, dass ich nicht in der Lage war die entsprechende Leistung aufs Pedal zu bringen.

Wie man oben gesehen hat, können die Zeiten je nach Haltung des Oberkörpers unterschiedlich sein, selbst wenn Setup und Position auf dem Rad gleich sind. Möglicherweise ist die interessanteste Frage beim Zeitfahren, ob du eine komfortable Haltung wählst, mit der du deine maximale Leistung erbringen kannst, auch wenn der Luftwiderstand dann größer ist, oder ob du eine Haltung mit geringem Luftwiderstand wählst und dafür ein bisschen an Leistung einbüßt.

Ich hoffe ich konnte mit diesem Beitrag deutlich machen, welchen Einfluss die Haltung des Oberkörpers auf die Performance beim Zeitfahren hat. Vielleicht ist das Wichtigste beim Zeitfahren der Kompromis zwischen einer nachhaltigen Haltung, dem Reduzieren des Luftwiderstandes und dem aufrechterhalten der maximalen Leistungsabgabe. Beim Zeitfahren muss man viele Komponenten beachten und dies ist nur ein Teil der wichtigen Entscheidungen, die getroffen werden müssen, um die Performance zu optimieren.

 

Lese hier den 4. Teil der Beobachtungen beim Zeitfahren!


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