Die Nutzung des Type R für eine ordentliche Haltung und Leistungsabgabe: Wie der Winkel vom Becken und Oberkörper die Wirkung eines eingeklemmten Nervs bei einem Fahrer verschlimmert haben.

Hallo, hier ist Hunter Allen von der Peaks Coaching Group. Einer meiner Klienten, ein sehr talentierter und zweifacher nationaler Champion, hatte Probleme mit seinem rechten Bein, welches aufgrund eines eingeklemmten Nervs im Rücken taub wurde. Das ist etwas, womit er nun schon seit fast zwei Jahren zu kämpfen hat und manchmal ist es besser, ohne Auswirkungen und manchmal schläft sein rechtes Bein ein. Natürlich beeinträchtigt ihn das in seiner Leistung und hat ihn daran gehindert Rennen zu gewinnen, die er ohne dieses Problem wahrscheinlich gewonnen hätte.

Er hat den Type R die letzten sechs Monate benutzt, um folgendes herauszufinden:

  1. Welche Veränderungen treten in seinen Bewegungsmustern auf, wenn sein Bein anfängt taub zu werden.
  1. Liegt die Ursache dafür vielleicht in seiner Position auf dem Rad und wenn ja, können wir seine Bewegungsmuster anpassen?

Unser erstes Ziel war es zunächst einmal Daten zu sammeln, um zu verstehen welche Bewegungsabläufe für ihn normal sind, um später abnormale Bewegungen besser identifizieren zu können. Ich habe ihn gebeten Runden für alle seine Intervalle zu markieren, da das Taubheitsgefühl in der Regel auftritt, wenn er im Bereich seiner FTP oder darüber fährt. Außerdem sollte er notieren wann das Taubheitsgefühl während des Intervalls einsetzt. Dadurch können wir mit Hilfe des Type R Änderungen in seinen Bewegungen leichter identifizieren. In der Abbildung 1 sehen wir eine normale Fahrt im Ausdauer- und Tempobereich, wo die Probleme in seinem Bein nicht auftreten.

Abbildung 1

 

Lasst uns in die Daten hinein zoomen und einen genaueren Blick auf den 60 Minuten Abschnitt im Tempobereich werfen (Abbildung 2a und 2b). Dieser Abschnitt zeigt uns mehr über seine normalen Bewegungsmuster, da wir beobachten können, dass die seine Foot Angular Range (FAR) für beide Beine nahezu identisch ist. Dies wird ebenfalls klar, wenn er aus dem Sattel geht, da die Spitzen in der Grafik seine Bewegungen wiederspiegeln. Die Dead Spots an der Außenseite seines Pedal Stroke Index (PSI) repräsentieren die Zugbewegung, wenn er im stehen fährt. Er zieht mit dem rechten Bein deutlich mehr, als mit dem linken, wenn er im stehen fährt. Das erkennt man daran, dass in seinem rechten PSI deutlich mehr Dead Spots auftreten. Noch einmal, diese Motion Performance Indicators (MPI’s) verdeutlichen den Unterschied zwischen normalen und abnormalen Bewegungsmustern.

Abbildung 2a

Abbildung 2b

Lasst uns jetzt zwei unterschiedliche Fahrten untersuchen, bei denen sein rechtes Bein durch den eingeklemmten Nerv in seinem Rücken taub wurde. In Abbildung 3 sind ein paar unverkennbare Änderungen in seiner Bewegung, als das Bein taub wird. Am meisten fällt auf, dass sich die Foot Angular Range auf der rechten Seite dramatisch reduziert, von 52° auf 44°. Die rechte Leg Angular Range geht ebenfalls runter von 59° auf 54°. Seine Oberkörper Rotation verändert sich auch signifikant. Während sie bei einer normalen Tretbewegung 13° beträgt, reduziert sich der Wert durch die Probleme mit seinem Nerv fast um 50%, auf 7°. Dies sind signifikante Veränderungen und sie sind leicht erkennbar mit Hilfe der MPI’s. Diese Taubheit führt ganz offensichtlich zu einem reduzierten Gefühl, was zu Einschränkungen in den Bewegungen führt, was letzten Endes eine verminderte Leistungsabgabe zur Folge hat. Und das ist schlecht, wenn man ein Profi ist.

Abbildung 3

Bei der nächsten Ausfahrt absolvierte er ein 30 Minuten Intervall und während der letzten 4 Minuten begann sein rechtes Bein taub zu werden. Hierbei beobachteten wir einen signifikanten Abfall von FAR, LAR, Pelvic Angle , Torso Angle und Torso Rotation. Am interessantesten dabei sind die Abweichungen beim Pelvic Angle und Torso Angle. Dies sind die Indikatoren für den Winkel des Beckens und des Torsos beim Treten und geben Hinweise darauf, wie man verhindern kann, dass sein Nerv im Rücken eingeklemmt und das Rechte Bein taub wird. Wir haben festgestellt, dass, sobald sein Pelvic Angle unter 70° und der Torso Angle unter 25° geht, er nur noch ca. 2 bis 3 Minuten weiterfahren kann, bevor sein rechtes Bein beginnt taub zu werden. Nachdem wir diese Schlüsselinformation aus dieser Ausfahrt gezogen hatten, haben wir natürlich umgehend angefangen andere Fahrten zu untersuchen, bei denen die Taubheit auftritt. Die gleichen 70° und 25° Werte tauchten immer wieder auf und tragen entweder zum Einklemmen des Nervs bei oder sind teilweise die Ursache dafür. Es gibt dort definitiv noch weitere anatomische Ursachen, die untersucht werden müssen, aber solange er auf dem Rad eine Position mit größeren Winkeln als diesen aufrecht erhalten kann, stört ihn sein rechtes Bein nicht. Abbildung 4 zeigt diese Bereiche, wo Pelvic Angle und Torso Angle abfallen.

Abbildung 4

Mit dem Type R an seinem Rad und den benutzerdefinierten Bildschirmeinstellungen, konnte er sein Display so einrichten, dass er Pelvic Angle und Torso Angle sehen konnte. Das ermöglichte es ihm seine Position beizubehalten und den Problemen mit seinem rechten Bein vorzubeugen. Was für eine einfache Lösung! Natürlich behandelt er damit nicht die eigentliche Ursache des Problems und er geht zur Physiotherapie, um diesen auf den Grund zu gehen. Wie auch immer, der Einsatz des Type R erlaubt es ihm schmerzfrei und kraftvoll zu fahren. In Abbildung 5 sehen wir eine harte Einheit von ihm, bei der die korrekte Position hält und zu keinem Zeitpunkt ein Problem auftaucht!

Abbildung 5

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Type R ein sehr wertvolles Werkzeug für alle Radsportler ist, die bestrebt sind in jeder Situation ihre maximale Leistung abzurufen. Wenn jemand ein Problem mit seinen Bewegungsabläufen hat, ist es sehr gut möglich diese mit dem Type R zu identifizieren und zu ändern. In diesem Fall war eine einfache Änderung zur Aufrechterhaltung des korrekten Pelvic- und Troso Angle alles was nötig war, um das Einklemmen eines Nervs zu verhindern.

 

 


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