LEOMO Fall Studie: Finetuning beim Bike fit für ein Zeitfahren und Platzierung der Q-Rings

Von Chris Myers, Ph. D

Peaks Coaching Group

Der LEOMO Type R ist ein tragbares System, welches eine biomechanische Echtzeitanalyse einer Tretbewegung ermöglicht. Eine Komponente, die dieses System veranschaulicht, sind Veränderungen der Pedalbeschleunigung eines Triathleten während einer Kurbelumdrehung (Bezeichnet als Dead Spot). Die Hypothese ist, dass signifikante Anhäufungen von Dead Spots in der Tretbewegung Die Effektivität beim Treten und die Leistungsabgabe verringern. Diese Studie untersucht Möglichkeiten Dead Spots zu reduzieren und die Effektivität beim Pedalieren mit Hilfe des Type R zu steigern.

Hintergrund: Der Athlet ist Mitte 30, männlich, Hochleistungs- Age Grouper, im Bereich Triathlon Kurzdistanz. Er fährt ein Quintana Roo (QR) CD 0.1 Rad mit einer Übersetzung von 53/39 x 11/25 und einer Ultegra 10fach Gruppe. Bevor er anfing mit dem Type R zu arbeiten, wurde er professionell mit dem Specialized Bike Fitting System eingestellt. Der Athlet hat 4 Operationen an seinem linken Knie hinter sich, welche zu einem leichten Ungleichgewicht hinsichtlich seiner Beweglichkeit in beiden Beinen geführt haben. Seine ermittelte FTP waren 300 Watt ohne Disbalancen bei der Leistungsabgabe. Der ausschlaggebende Grund, warum der Athlet den Type R nutzen wollte, war die richtige Positionierung seiner Q-Rings, die er erworben hatte.

 

Abbildung 1: Erste Fahrt mit LEOMO Type R und normalen, runden Kettenblättern 53/11 

Während seiner ersten Fahrt hat der Type R eine sehr große Anhäufung von Dead Spots im Bereich der 12 Uhr Position für das linke Bein des Triathleten angezeigt (rot eingekreist, links in der Abbildung 1). Das war zu erwarten, wenn man die Historie mit den Knieoperationen des Triathleten bedenkt. Ausgehend von diesen Informationen, sollte der Triathlet seine Q-Rings in der Position 3 nach den Angaben des Herstellers montieren (Weitere Infos unter https://rotorbike.com/how-to-set-your-optimum-chainring-position-ocp/).

 

Abbildung 2: Erste Fahrt mit LEOMO Type R und Q-Rings

Die erste Fahrt des Triathleten mit den Q-Rings hat seinen Dead Spot nicht verändert. Was uns die Q-Rings gegeben haben waren zusätzliche Informationen zur ungleichen Bewegungsbandbreite beider Beine. Wenn man die Abbildungen 1 und 2 vergleicht, sieht man bei beiden Beinen mehr Dead Spots in der 6 Uhr Position in Abbildung 2. Darüber hinaus gab es im linken Bein mehr Dead Spots in den verschieden Trittfrequenz-Bereichen. Mit diesen Informationen wurden noch keine Veränderungen an der Position des Triathleten auf seinem Rad vorgenommen, da es seine erste Fahrt mit den Q-Rings war. Was uns diese Information jedoch gebracht hat, war ein tieferer Einblick in die ungleichmäßige Beweglichkeit des Athleten und eine mögliche Notwendigkeit die Sattelhöhe zu verändern.

Ein anderer Aspekt, der mit in Betracht gezogen wurde, war die Form der Q-Rings. Diese Kettenblätter verändern naturgemäß den Tritt. Während der ersten Fahrt haben wir erwartet ein paar Veränderung im Tritt zu sehen. Wie auch immer, wir wussten nicht was genau wir erwarten sollten. Der Hersteller und auch andere Nutzer dieses Produkt empfehlen nach der Montage erst einmal 1 bis 2 Wochen damit zu fahren, bevor irgendwelche Veränderungen vorgenommen werden. Davon ausgehend, war das auch der Ansatz, den wir verfolgten.

Abbildung 3: Sechste Fahrt mit Q-Rings

Abbildung 4: Zwölfte Fahrt mit Q-Rings

Nach zwei ganzen Wochen fahren (Abbildung 4), bemerkten wir, dass sich ein auffälliges Muster entwickelt. Die Anhäufung der Dead Sports lag durchgehend bei der 2 Uhr Position, nicht mehr bei 12 Uhr (Abbildungen 2 und 3). An diesem Punkt fühlte sich der Triathlet wohl mit den Q-Rings. Ich sah mir die Leistungsdaten des Athleten an und erkannte keine Veränderungen in der Leistungsabgabe. Zum Beispiel fuhr der Proband in Abbildung 3 und 4 denselben Anstieg bei Zwift. Die Leistungsmuster sind sehr ähnlich. Diese Daten waren ein gutes Zeichen. Der Sportler fühlte sich wohl und war in der Lage eine stabile Performance mit den Q-Rings abzuliefern. Der nächste Schritt war das primäre Ziel zu verfolgen, die Reduzierung der Anzahl an Dead Spots.

Da die Dead Spots bei beiden Beinen am oberen Punkt der Kurbelumdrehung auftraten (Abbildung 4), sehen wir hier ein typisches Muster einer zu niedrigen Sitzposition. Die größte Frage unter diesem Aspekt des Bike Fit war wieviel höher wir den Sattel des Triathleten stellen mussten. Die Metrik, die mir zur Verfügung stand, waren die Prozente der Dead Spots, die errechnet wurden. (Dead Spot Score). Diese sind in den Abbildungen 1 – 4 in der oberen rechten Ecke rot eingekreist. Während der drei Wochen, in denen ich Daten für den Athleten gesammelt habe, hat sich sein Dead Spot Score zwischen 9 und 12 bewegt. Dieser Wert ist ziemlich hoch und ein Indikator dafür, dass die Sitzposition sehr niedrig ist.

Mit dieser Information wählte ich einen sehr aggressiven Ansatz und wies meinen Sportler an, seinen Sattel 4mm nach oben zu stellen. Diese Anpassung der Sattelhöhe führte dazu, dass weniger Beweglichkeit im linken Knie nötig war, um über den höchsten Punkt der Kurbelumdrehung hinweg zu kommen. Die Verzögerung am höchsten Punkt einer Kurbelumdrehung ist sehr subtil und kann mit den aktuellen Bike Fit Systemen nicht erkannt werden.

Abbildung 5: Erste Fahrt mit 4mm höherer Sitzhöhe

Die Veränderungen des Dead Spot Musters machten sich umgehend bemerkbar. Der Triathlet fuhr ein 20-minütiges Sweet Spot Intervall während der ersten Fahrt, wie in Abbildung 5 sichtbar. Sein Dead Spot Muster hatte sich beinahe vollständig verändert. Der Dead Spot Score des linken Beins sank von 9 auf 1 und im rechten Bein von 5 auf 0,8. Zusätzlich bemerkten wir keine Einbußen bei der Leistungsabgabe mit dieser Änderung der Sattelhöhe.

Abbildung 6: Zweite Fahrt mit der neuen Sitzposition

Mit der zweiten Fahrt verschwanden die Dead Spots komplett. Während dieser Fahrt, wie in Abbildung 6 dargestellt, absolvierte der Triathlet 2 x 20 min Sweet Spot Intervalle. Abbildung 6 zeigt diese beiden Intervalle. Die Dead Sports nicht existent während der Intervalle. Auch wenn es nicht abgebildet ist, die Leistung viel nicht ab im zweiten Intervall, trotz zunehmender Ermüdung des Athleten.

Nachdem die Veränderungen vorgenommen waren, absolvierte der Triathlet einen FTP Test. Seine FTP verbesserte sich um 4%. Zusätzlich hatte er eine Verbesserung beim Ermüdungstest um 2%. Ein Teil davon ist auf die Auswirkungen des Training-Plans zurückzuführen; wie auch immer, die Änderungen in der Position auf dem Rad haben einen bemerkenswerten Unterschied ausgemacht.

Diese Fall Studie unterstreicht, wie der Type R bei der Perfektionierung der Tretbewegung helfen kann und so die Effektivität verbessert. Im Fall dieses Triathleten hat das anheben der Sattelhöhe die Leistungsabgabe und die Zeit bis zur Ermüdung verbessert. Diese Änderungen haben die Performance des Triathleten verbessert und ihm geholfen seine Ziele für die Saison zu erreichen.

 

 


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